Persönliche Ein-drücke

Die Redakteurin Elli Brandt (u.a. Grenzecho, Eupen) fragte mich als erstes im Interview:
Was machen Sie denn in diesem Chaos? Mehr Chaos, habe ich spontan geantwortet. Mehr Chaos?? Ich hatte die Porträts u.a. auf Kirchenstühlen platziert. Die Fotos der Endlichkeitshaufen fanden ihren Platz auf der Galerie und im Vorhof. Stehrümmchen wurden im Vorhof und im Ausstellungsraum platziert.  Gleichzeitig hing Angelika  ihre Arbeiten im rechten Teil des  Ausstellungsraums auf. Der große Misthaufen (Foto!) aus Raeren „verband“  an der Giebelwand die beiden Präsentationen.
 
Dazu kamen ein Erinnerungshaufen „Tante Hilde“, Haufen von nichtgelesenen Kochbüchern  und  ein Wühltisch mit Fotos und  „Figürchen“ unterschiedlicher Herkunft, die dazu einluden, Aufstellungen mit Personen aus dreitausend Jahren Menschheitsgeschichte zu versuchen: Jesus, Maria, Bach, Verdi, die Venus von Milo, drei Buddhas,  etc.
 
Die mich sehr beeindruckende Vernissage begann mit einer  Einführung durch Maria Hodiamont und  Karl-Heinz Oedekoven. Dann wurde  Endlichkeit  von den Zuschauern deutlich erlebt: die schönsten Seifenblasen, von der Galerie aus losgeschickt, zerplatzten: Seifenblaseninfarkt! Knicklichter mit den Worten „Es werde Licht“ zum leuchtenden Leben erweckt, wurden allmählich schwächer…  Dazu am Klavier die polnische Pianistin Boguslawa Reale. Dann legte die Blue Birch Combo los. Ich wusste oft nicht, ob ich lieber Klarinette spielen oder die Fragen von Besuchern beantworten sollte.
 
Im bedachten Vorhof konnten die Besucher zum einen mit einer Reihe von Glasköpfen  ihre eigene Familie aufstellen. Außerdem fanden die tönenden Kugeln in den Malkisten großen Anklang. Schließlich drei  Stehrümmchen ,  die „RosenkranzRosenthal-Hand“ , „Woyzeck oder nachts schlafen die Ratten doch“ und „Gartenzwerg an unglücklichem Engel“ . Rosen aus einem Haufen Blumenabfall wurden von den Besuchern zu einem letzten Gang durch den Skulpurengarten mitgenommen. Ein Dufthaufen von Tabak- und Nonchalanceflaschen wurde verwendet um ein Tuch zu befeuchten… der „Geruch“ schien auch nach einer Woche noch unendlich intensiv zu sein…
 
Das Osterfeuer startete am Samstagabend  mit Improvisationen  der neu gegründeten Gruppe Jabaou JAWo (Julio H. hatte aus Abfallkartons und anderem Müll ein Schlagzeug zusammengestellt . Eine nichtösterliche Improvisation und die abendliche Kühle trieb die Besucher in den „Kälberstall“ des Hauses. Bei einer wärmenden Suppe , Käse, Rotwein und Brot klang der Abend aus.
 
Am Ostermontag die Finissage . Der polnische Montag begann mit viel Wasser von oben. Dann eine Reise durch die klassische Klavierliteratur, wiederum wunderschön  gestaltet von Bogi (Boguslawa Reale).
 
Schließlich Aufräumen, Einpacken und Abschied! Auf Wiedersehn..??!!!